Seit 1959 versammeln sich die SCKM-Vereinsmitglieder in den Küchen der Schweiz, probieren neue Rezepte aus und zelebrieren die Geselligkeit.
Zu der Zeit, als der Schweizer Club kochender Männer (SCKM) gegründet wurde, waren Männer in Kochschürzen noch ein seltener – und für das damalige Publikum vielleicht sogar ein etwas befremdlicher Anblick: Man schrieb den 11. März 1959, als in der Zunftstube zum Rüden in Zürich die Gründungs-Generalversammlung des Vereins durchgeführt wurde.
Erster Präsident des Vereins war der bekannte Kabarettist und Autor Charles Ferdinand Vaucher (1902 – 1972), zahlreiche Journalisten und Medienschaffende gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Mit einem Kochwettbewerb im Zunfthaus wurde die Gründung zelebriert, die eingeladene Presse erschien zahlreich und berichtete ausführlich über das Ereignis.
Die Idee des Kochclubs kam jedoch nicht aus dem Nichts: Bereits zwei Jahre zuvor hatte Eugen Naef, Leiter der Public Relations der Firma Maggi, Anstrengungen unternommen, die Verwendung der Firmenprodukte nicht nur den Hausfrauen, sondern auch den Männern schmackhaft zu machen.
Während die Firma das «Marianne-Berger-Institut» hauptsächlich für die Köchinnen ins Leben gerufen hatte und damit den Frauen mit einem Dienstleistungsangebot an Rezepten, Tipps und Ratschlägen zur Verfügung stand, trug Naef sich mit dem Gedanken, für Männer ein eigenes Kochbuch zu publizieren. Zur gleichen Zeit wandte sich ein interessierter Hobbykoch an Naef, der um Unterstützung für sein Vorhaben, einen Kochclub zu gründen, bat. Aus dem Zusammentreffen der beiden Männer erfolgte schliesslich die Vereinsgründung.
Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden: Innerhalb weniger Jahre entstanden überall in der Schweiz regionale Ableger, Gruppen von Männern aller Alterskategorien, die sich jeweils trafen, um Mahlzeiten zuzubereiten und anschliessend gemeinsam zu verzehren. Auch ein guter Tropfen Wein dazu durfte natürlich nicht fehlen. Mehr als 1000 Mitglieder zählte der Verein zu seinen Spitzenzeiten in den 1960er-Jahren.
Diese Zeiten sind vorbei. Doch immer noch sind es über 200 Hobbyköche aus der ganzen Schweiz, die sich einmal monatlich in kleinen Regionalgruppen treffen, um Rezepte auszuprobieren. Den bekannten Problemen des Mitgliederschwunds und der Überalterung will der 2024 neugewählte Vorstand mit seinem neuen Präsidenten Paul Blöchlinger, seines Zeichens auch langjähriger Vorsitzender der «Winzerchuchi», den Kampf ansagen – etwa mit publikumswirksamen Anlässen und dem Verkauf von Artikeln wie zum Beispiel dem im Auftrag des Clubs gebrannten Gin oder dem eigenen Wein.
© Dagmar Schräder, Redaktorin Höngger Zeitung
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